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Stadtimkern in Eimsbüttel

Bild: fotolia.de - nito
Böse Stiche blieben aus: Stephan Feige in Schutzkleidung, die für gute Nachbarschaft sorgt.
Fleißige Mitglieder: Das Bienenvolk unserer Stadtimker in Eimsbüttel sorgte für 25 Kilo leckeren Honig.
Initiatoren: Kathrin Ahlers und Helge Heyken steckten alle Nachbarn mit der Idee an.

Ein Bienenkorb im eigenen Garten – das geht nur auf dem Land? Denkste! Nach dem Trend zum urbanen Gärtnern entdecken immer mehr Städter die Imkerei als Hobby. So sind in Hamburg inzwischen knapp 3.800 Bienenvölker zuhause. Eins ist sogar genossenschaftlich organisiert und lebt im Hof unserer Wohnanlage in Eimsbüttel.

Hund, Katze, Goldfisch: An solche tierischen Mitbewohner ist man gewöhnt. Traditionell mögen es unsere Mitglieder an der Gustav-Falke-Straße, Helene-Lange-Straße und Schlankreye aber etwas exotischer. Bereits vor ein paar Jahren haben sie im Hofgarten hinterm Haus ein kleines Biotop angelegt und Molchen ein Zuhause gegeben. Jetzt sollten es eben summende Untermieter sein. „Zuerst waren wir ein bisschen sprachlos“, gibt Stiftungsvorstand Klaus Weise zu. Die beiden Ideengeber Kathrin Ahlers und Helge Heyken konnten aber nicht nur die Mitglieder unseres Stiftungsvorstands von einer Spende für die Erstausstattung überzeugen. Auch einige Nachbarn zeigten sich zunächst skeptisch und machten sich vor allem Sorgen um die Kinder im Quartier. Schließlich können Bienen stechen. Dennoch ließen sie sich auf das Experiment ein.

Wie sich schnell herausstellte, waren die Bedenken auch unbegründet. Neugierig auf die zentimeterkleinen neuen „1904“-Mitglieder half der Nachwuchs von Anfang an begeistert bei der Pflege. Und da man sich schnell anfreundete und wusste, wie man miteinander umgehen sollte, blieben böse Stiche aus.

So machten die fleißigen Bienchen ihrem Ruf alle Ehre und zahlten ihre Genossenschaftsanteile in reichlich Naturalien: Beim Erntefest Ende Juli kamen satte 25 Kilo Honig zusammen, der als „Men lütten Seuten“ reißenden Absatz in der Nachbarschaft fand. Wer kosten durfte, weiß auch warum: „Der Honig ist sehr mild“, beschreibt Helge Heyken, „und bietet ein völlig anderes Aroma als industriell hergestellter.“

Der Grund: Durch die zunehmende Monokultur stehen Bienen auf dem Land in aller Regel nur wenige Pflanzen zur Verfügung. „Die Imker dort haben auch eher Schwierigkeiten, ihre Bienenstöcke von Feld zu Feld zu transportieren“, erläutert Kathrin Ahlers. Das spiegelt sich letztlich in den speziellen Honigsorten im Supermarkt wider. In der Stadt kann auf den Transport verzichtet werden. Hier haben die Bienenvölker ein wahres Buffet direkt vor der Nase – von Obstbäumen über Sträucher bis hin zu den verschiedensten Balkonpflanzen. Doch nicht nur der Geschmack überzeugte die Nachbarschaft. Wie mehrere Untersuchungen in Hamburg zeigten, ist der urbane Honig darüber hinaus sehr gesund und frei von Feinstaub, Schwermetallen und anderen Schadstoffen. Das gilt selbst für Honig, der am Flughafen geerntet wurde. Honig vom Land dagegen enthält oft Pestizide.

Aus der „exotischen“ Idee ist somit inzwischen ein festes Hobby für viele unserer Mitglieder in Eimsbüttel geworden und nicht nur Klaus Weise meinte beim Erntefest: „Wir sind begeistert!“

Übrigens: Stadtimkern ist nicht wirklich ein neuer Trend. Mit dem Imkerverein Hamburg Rechtes Alsterufer wurde bereits 1934 der erste Bienenzuchtverein an der Elbe gegründet. Jetzt wissen wir auch, warum.

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