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Sonderspende: 50 Schulranzen für Flüchtlingskinder

Erstmals seit der Gründung unserer Stiftung „Nachbarn helfen Nachbarn“ haben wir eine Spende getätigt, die nicht einem Antrag folgte. Mit einem Sonderbetrag in Höhe von rund 2.000 Euro orderten wir 50 Schulranzen. So fuhren wir im März mit einem randvoll gepackten Stiftungs-Bus zu einer Flüchtlingsunterkunft in Hamm.

Anheimelnd sieht das Gebäude von außen nicht wirklich aus. Die weißen Flächen tragen längst einen Grauschleier. Die Vorhänge sind leicht aus der Mode. Hätte das Haus weiterhin als Apartement-Hotel Gäste anlocken müssen, wäre dringend eine Modernisierung fällig. Seit Oktober vergangenen Jahres müssen aber keine Gäste mehr angelockt werden. Das städtische Dienstleistungsunternehmen „fördern & wohnen“ hat das Gebäude übernommen und es in eine Erstaufnahme-Einrichtung für Geflüchtete umgewandelt. Jetzt werden die Gäste zugeteilt, und wie es aussieht, sind sie froh, dass sie genau hier wohnen können.

Eigentlich ist das Haus auf 191 Personen ausgelegt. Im Fall eines Brandes könnte das allerdings kritisch werden. Die Fluchtwege geben das nicht her. „Deshalb dürfen wir auch nicht voll belegen“, erklärt das zweiköpfige Betreuer-Team. Maximal 164 Personen sind hier untergebracht und so haben die Bewohner mehr Platz. Der Albtraum, von dem man immer wieder liest, mit bis zu zehn Menschen pro Zimmer, die sich obendrein noch fremd sind, davon kann hier glücklicherweise keine Rede sein. Rund 100 Familien wohnen in dieser Unterkunft, darunter 60 Kinder. Sie stammen aus Syrien, Eritrea und Afghanistan. Jede hat ihr eigenes Zimmer. Auf jedem Flur stehen ihnen mehrere Bäder zur Verfügung, im Haus mehrere Waschküchen mit Waschmaschinen und Trocknern. Auch essen müssen sie nicht, was ihnen vorgesetzt wird. Jede Etage bietet durchaus noch schicke, vor allem aber voll ausgestattete Küchen, die sich zwei bis drei Familien teilen. So ist auch an diesem Vormittag eifriges Töpfe-Geklapper zu hören und durch die Flure ziehen Düfte, die Appetit machen und immer mehr Kinder anlocken. Für einen Moment werden die Leckereien, die ihre Mütter kochen, aber zur Nebensache. Von Flur zu Flur, der dem Vorstandsteam unserer Stiftung gezeigt wird, schließen sich ihnen mehr Kinder an. Der Weg zurück zum Stiftungs-Bus erinnert so mehr und mehr an eine feierliche Prozession.

Irgendwie passt es ja auch, schließlich wartet auf dem Parkplatz eine Überraschung auf sie, mit der sie ganz offensichtlich nicht gerechnet haben: unsere 50 nagelneuen und knallbunten Schulranzen. So ist die Aufregung auch groß, kaum ist der erste ausgepackt. Immer mehr kleine Hände strecken sich Monika Böhm, Harald Fuchs und Klaus Weise entgegen und mit leuchtenden Augen werden die Geschenke vorsichtig entgegen genommen. Sprache? Das ist hier völlig unwichtig. Auch die Kleinsten wissen, wofür die großen Taschen da sind und probieren ihre Geschenke sofort an. Hier und da wird noch schnell am Riemen gezuppelt und als alles passt, wird Mama und Papa das schöne Stück gleich stolz vorgeführt.

Mit einer Puppe oder einem Teddy hätten wir wahrscheinlich nicht mehr Freude auslösen können. Aber das war ohnehin nicht im Gespräch. „Wir haben mit Bedacht kein Spielzeug gespendet“, erklärte das Vorstandsteam. „Wir sind der Auffassung, dass Sprache der beste Weg zur Integration ist und Bildung der wichtigste Baustein für die Zukunft.“ Deshalb fiel die Wahl auch sofort auf Schulranzen, die über das ganze Jahr gebraucht werden. Schließlich kommen Schutzsuchende nicht nur während der regulären Einschulungszeit an. Mit der THORKA GmbH haben wir dabei einen zuvorkommenden Partner gefunden. Der Hersteller der bekannten McNeill-Schulranzen gewährte uns einen Sonderpreis. So konnten wir die Schulranzen auch noch mit dem notwendigen Zubehör füllen: einer Federmappe, Trinkflasche, Brotbox und Turnbeutel. Für den außerschulischen Spaß packten wir zudem noch ein Malbuch und Süßigkeiten dazu.

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