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Es muss nicht immer Harry Potter sein

Bild: fotolia.de - Sergey Nivens

Man kann von Harry Potter halten, was man will. Eins muss man ihm aber zugestehen: Der Zauberschüler hat eine ganze Generation von Kindern wieder zum Lesen gebracht. Das ist aber fast 20 Jahre her und heute stehen viele Eltern vor dem gleichen Problem, wie vor Erscheinen des ersten Bands. Freiwillig fassen ihre Kinder kein Buch an. Zwei Initiativen in Hamburg versuchen das zu ändern und mit unserer Stiftung unterstützen wir sie dabei. Denn Lesen hilft in vielerlei Hinsicht.

Lesen bildet, heißt es. Wie verschiedene Studien zeigen, stimmt das auch, und diese beziehen sich nicht auf Sachund Fachbücher. Egal, welche Art von Buch: Wer viel schmökert, erweitert automatisch seinen Wortschatz, lernt Grammatik und Rechtschreibung und fördert seine Kreativität. Erwachsene Lesemuffel mag das vielleicht überzeugen. Kinder werden das als Standpauke aufnehmen. Der eingetragene Verein „Mentor Hamburg“ und das Lesehaus Dulsberg kommen ihnen deshalb erst gar nicht mit solchen Argumenten. Sie gehen andere Wege und das seit Jahren sehr erfolgreich. Das Lesehaus Dulsberg ist eine alternative Stadtteilbibliothek, die eigentlich aus der Not heraus entstanden ist. 2005 wurde in Dulsberg die öffentliche Bücherhalle geschlossen. Ein großer Verlust für den Stadtteil, den viele Anwohner so nicht hinnehmen wollten. Auf Initiative des Stadtteilbüros, des Ortsamts Barmbek-Uhlenhorst und einiger Lokalpolitiker kam es zur Gründung des Lesehauses, das – untergebracht in der Gesamtschule Alter Teichweg – längst zu einer Institution geworden ist.

Denn mit Lesecafé und über 3.000 gespendeten Büchern bietet das Lesehaus Dulsberg nicht nur Lesestoff. Jeden Dienstag treffen sich hier Eltern mit ihren Kleinkindern, um unter Anleitung zu singen, zu reimen und Bilderbücher zu betrachten. Die „Sprachbrücke“ ist ein Angebot für Zugewanderte, die in lockerer Atmosphäre ihre Deutschkenntnisse verbessern möchten. In schöner Regelmäßigkeit werden zudem Familienfeste veranstaltet, Schreibkurse und Bastelstunden angeboten. Und dabei steht natürlich immer das Buch im Mittelpunkt.

Wir unterstützen seit Jahren das Lesehaus Dulsberg, denn hier erhalten nicht nur Kinder auf spielerische Art Zugang zum Buch. Die Angebote verbinden auch die Menschen im Stadtteil, ohne auf Religionszugehörigkeit oder kulturelle Unterschiede zu achten. Ein Merkmal, das uns genauso am Verein „Mentor Hamburg“ begeistert. Auch hier wird nicht auf Herkunft und Religion geschaut. Die Mentoren haben anderes im Sinn: „Unser Wunsch und Ziel ist es, dass alle Kinder lesen können.“

In einem Land, in dem Schule Pflicht ist, sollte man eigentlich meinen, dass ein solcher Verein unnötig ist. Aber weit gefehlt: In nahezu jeder Schule gibt es Kinder, die große Schwierigkeiten haben, selbst einfache Sätze zu lesen und zu verstehen. Die Gründe dafür sind vielfältig, die Folgen aber immer gleich: Die Kinder verlieren die Lust am Lesen und kommen irgendwann in allen Fächern nicht mehr mit. Diese Lust am Lesen lässt sich allerdings auch wecken. Jeder Mentor betreut in der Regel ein Kind, mit dem er sich einmal wöchentlich in der Schule trifft. Am Anfang liest meist der Mentor Passagen aus einem Buch vor und spricht im Anschluss mit seinem Schützling über das eben gehörte. Manchmal wird die Geschichte auch gemeinsam weitergesponnen, manchmal gemalt oder gebastelt. Im Laufe des Jahres aber mit Sicherheit gemeinsam viel gelacht. Daraus entsteht Vertrauen und Lust, neue Bücher zu entdecken. 860 Frauen und Männer sind derzeit als Mentoren aktiv. Allesamt ehrenamtlich. Da der Verein keine öffentlichen Gelder erhält, gehören wir inzwischen zu den Stammsponsoren und beteiligen uns auch gern an speziellen Aktionen. So gab es natürlich auch von uns eine finanzielle Motivationsspritze für Hobby-Läufer Andreas Enrico Brell, der beim Haspa-Marathon für Mentor Hamburg startete. Übrigens mit großem Erfolg: Er kam gut fünf Minuten unter seiner Bestzeit ins Ziel und mit über 4.500 Euro Spendengeldern.

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