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Dialog in Deutsch: Mehr als Sprachunterricht

„Ruhe bitte!“: Das ist an sich das erste Gebot in allen Bibliotheken. Die Hamburger Bücherhallen machen da jedoch eine Ausnahme. Beim „Dialog in Deutsch“ ist Reden ausdrücklich gewünscht.

Interkulturell, offen, generationsübergreifend, niederschwellig, Engagement stärkend… „Dialog in Deutsch“ hat sich viele Schlagworte gewählt. Schlagworte, die tatsächlich passen. Nicht nur zum Projekt, sondern auch zu den Förderzielen der acht Stiftungen der Hamburger Wohnungsgenossenschaften, denen auch unsere „1904“-Stiftung „Nachbarn helfen Nachbarn“ angehört. Mit 6.300 Euro unterstützen wir seit Anfang des Jahres das Projekt. Denn hier geht es nicht um Pauken nach Plan.

Kurz gefasst ist der „Dialog in Deutsch“ ein wöchentlicher Gesprächskreis, der in allen Hamburger Bücherhallen sowie der Zentralbibliothek angeboten wird, und in dem Migranten ihre Sprachkenntnisse vertiefen können. In der Praxis zeigt er aber weitaus mehr Wirkung.

Das liegt insbesondere an der Organisation: Entstanden 2009, um eine Lücke im Sprachförderbereich zu schließen, wurde von Anfang an auf Eigenengagement gesetzt. So ist die Teilnahme zum einen freiwillig und wird weder kontrolliert, noch ist eine Anmeldung erforderlich. Zum anderen werden die Gesprächsgruppen von Ehrenamtlichen moderiert und geleitet, die eigens dafür geschult worden sind.

Ein absolutes Erfolgsrezept, wie sich zeigt: Zum Ende des Jahres gab es 60 Gesprächsgruppen. 70 werden es wohl schon Mitte des Jahres sein und die Tendenz ist weiterhin steigend. Denn wer einmal dabei war, kommt meist auch wieder, selbst wenn er nicht muss. Es hat sich eben herumgesprochen, dass das Angebot so gut wie nichts mit Deutschunterricht im herkömmlichen Sinn zu tun hat. Vielmehr wird geplaudert, über Gesellschaft, Kultur, den Alltag. So lernt man sich kennen, verstehen und ganz nebenbei eben noch die Sprache etwas besser. Religion, Aussehen, Beruf, Alter oder politischen Meinungen spielen dabei keine Rolle – und das nicht nur in der Theorie. In den Gesprächskreisen sind schon etliche Freundschaften entstanden, ohne Blick auf den Pass.

Multikulti ist gescheitert? Dieses Projekt beweist das Gegenteil.

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