Alles andere als typisch

Bausenatorin Frau Dr. Dorothee Stapelfeldt mit unserem Vorstand Monika Böhm und Holger Westphal sowie dem Polier René Pluqett nach den Richtreden. Foto: Hermann Jansen
Foto: Hermann Jansen

Hamburger vom Grill und Songs von Cat Stevens und Johnny Cash: So feierten wir im September unser Richtfest im Hammer Baum. Eher untypisch, passte aber perfekt. Schließlich ist auch unser Neubau nicht ganz typisch für unsere 1904.

Was ist eigentlich typisch „1904“? Großzügig geschnittene Wohnungen mit Balkonen und Terrassen. Eine überdurchschnittlich gute Ausstattung mit Aufzügen, Einbauküchen, schicken Bädern, Glasfaser- anschluss und neuerdings auch Corner Heizungen (Strahlungsheizung an der Decke). Eine wohl durchdachte Gebäudetechnik, die Energieressourcen und den Geldbeutel schont – zum Beispiel mit einer Photovoltaikanlage für die Produktion von Mieterstrom. Und nicht zuletzt: bezahlbare Nutzungsgebühren.

Nun, all das bietet unser Neubau im Hammer Baum auch. Trotzdem ist das Projekt untypisch für unsere Genossenschaft. Denn: „Erstmals in unserer über 100-jährigen Geschichte haben wir ein Bestandsgebäude abgerissen“, erklärte Vorstandsmitglied Monika Böhm in ihrer Festrede den rund 180 Gästen beim Richtfest.

Üblicherweise wird das gern verschwiegen. Wir machen kein Hehl daraus. Nicht jedes alte Gebäude ist erhaltenswert. Unsere alte Wohnanlage am Hammer Baum ist dafür eins der besten Beispiele. Zum Teil noch aus Trümmerteilen erbaut, war die Bausubstanz nach knapp 60 Jahren weitgehend marode.

Eine Sanierung hätte weitaus mehr Kosten verursacht als Nutzen gebracht. Deshalb entschieden wir uns in Abstimmung mit unseren dort lebenden Mitgliedern schon vor über zehn Jahren, das Haus abzureißen.

Das neue Gebäude sollte nicht nur aufgrund der Baumaterialien deutlich länger bewohnbar bleiben. „Wir bauen hier 61 großzügig geschnittene Familienwohnungen und 8 barrierefreie Zwei-Zimmer-Wohnungen“, so Monika Böhm. Also Wohnungen, die in Hamm stark nachgefragt werden, aber kaum vorhanden sind. „Hier leben zwar viele jüngere Leute und junge Paare. Aber sobald Nachwuchs geplant ist, ziehen sie weg, weil es hier fast nur kleine Wohnungen gibt.“ Ein Manko, das früher oder später zur Überalterung des Stadtteils führen wird.

Um das zu verhindern, haben wir den Neubau ganz bewusst vorwiegend familiengerecht konzipiert. Sprich: Mit Grundrissen von 75 bis 105 Quadratmetern Wohnfläche und – völlig aus freien Stücken – zu 100 Prozent öffentlich gefördert und das ohne Vorgaben der Stadt. Wobei wir sowohl Wohnungen im ersten als auch im zweiten Förderweg anbieten. Monika Böhm: „So haben Familien mit kleinen und mit mittleren Einkommen die Chance, hier ein schönes und bezahlbares Zuhause zu finden.“

Das macht Hamburg sozial gerecht und lebenswert

Ein Konzept, das Bausenatorin Dr. Dorothee Stapelfeld nicht nur ausgesprochen gut gefiel. In ihrem Grußwort hob sie auch die Bedeutung solcher Projekte hervor. Für sie sei es „ein Beweis für die Verlässlichkeit“ unserer „1904“. „Sie leisten einen wichtigen Beitrag für eine sozial gerechte und lebenswerte Metropole und ich freue mich sehr über das dauerhafte und das wirklich sehr uneigennützige Engagement Ihrer Genossenschaft.“

ist es jedoch fraglich, ob wir tatsächlich auf Dauer solche Projekte noch realisieren können. „Grundsteuer, Mietpreisbremse, Erbbaurechte: Der Staat will günstige Mieten, aber gleichzeitig entstehen immer mehr Regularien“, gab Monika Böhm bereits auf dem Richtfest zu bedenken. „Das ist ein Zielkonflikt, der das Wohnen immer teurer macht und den man nicht aushebeln kann.“

Zugleich bestärkte sie die Senatorin aber und dankte ihr dafür, dass sie sich gegen die Einführung eines Mietendeckels in Hamburg eingesetzt hatte. „Bleiben Sie weiter so hartnäckig, auch gegenüber Ihrem Koalitionspartner und kämpfen Sie für das Bündnis für das Wohnen. Sie sind auf dem richtigen Weg für das bezahlbare Wohnen und wir Genossenschaften stehen an Ihrer Seite.“

Nur wenige Wochen später hat sich die Situation grundlegend verändert. Immer mehr Bundespolitiker fordern einen Mietendeckel für ganz Deutschland. Und die Grundsteuer ist ebenfalls noch in der Schwebe. Monika Böhm: „Bei dieser Entwicklung überlegen wir ernsthaft, ob wir unsere nächsten Projekte auf Eis legen sollten. Denn das Bauen ist nicht nur extrem teuer geworden. Wird der Mietendeckel tatsächlich bundesweit eingeführt und die Grundsteuer nicht an Hamburger Verhältnisse angepasst, wird das Bauen zum existenzbedrohenden Verlustgeschäft. Besonders für uns Genossenschaften.“

Wohnung sucht Familie

Für unseren Neubau am Hammer Baum nehmen wir gerne noch Bewerbungen von Mitgliedern entgegen. Voraussetzung ist, dass sie im Besitz eines Wohnberechtigungsscheines im 1. oder 2. Förderweg sind. Interessierte melden sich bitte bei Daniela Martinez unter 040 423008-51 oder per Mail an martinez@1904.de.

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